Morbus Dupuytren
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Morbus Dupuytren: Knoten In Der Handfläche Und Krumme Finger
Sie ertasten einen harten knubbel in der handfläche oder bemerken, dass Ihr kleiner Finger langsam krumm wird und sich nicht mehr vollständig strecken lässt. Morbus Dupuytren ist eine gutartige, aber fortschreitende Bindegewebserkrankung der Hand, die vor allem Männer ab 50 Jahren betrifft.
Die Erkrankung entsteht durch eine Verdickung und Schrumpfung der Palmarfaszie – einer Bindegewebsplatte in der Handfläche – und kann unbehandelt zu erheblichen Funktionseinschränkungen führen.
Bei OTC | REGENSBURG bieten wir eine spezialisierte Diagnostik und strukturierte Behandlung für Patienten mit dupuytren kontraktur unter einem Dach an.
Die wichtigsten Fakten zu Morbus Dupuytren
- Verdickung der Palmarfaszie führt zu knoten in der handfläche und später zu Beugekontrakturen
- Betrifft etwa 8% der westlichen Bevölkerung, Männer 3-4 mal häufiger als Frauen
- Meist ab 50 Jahren, kann aber auch früher auftreten
- Starke Heritabilität von etwa 80% laut Zwillingsstudien
- Häufig Ring- und Kleinfinger, oft beide Hände
- Von Beobachtung über konservative Maßnahmen bis zu minimalinvasiven und operativen Eingriffen
- Mit rechtzeitiger Behandlung gute Funktionserhaltung möglich
Wollen Sie einen Termin vereinbaren?
Kommen Sie in unsere Sprechstunde! Hier können wir in Ruhe Ihre Beschwerden besprechen. So stimmen wir Diagnostik und Therapie optimal aufeinander ab.
Was ist Morbus Dupuytren?
Morbus Dupuytren ist eine fibroproliferative Erkrankung der Palmarfaszie – einer flächigen Bindegewebsplatte, die sich zwischen der Haut der Handfläche und den darunterliegenden Beugesehnen befindet. Diese Faszie hat normalerweise die Aufgabe, Kräfte beim Greifen gleichmäßig zu verteilen und die empfindlichen sehnen hand innen zu schützen.
Bei der dupuytren-krankheit wandeln sich normale Bindegewebszellen (Fibroblasten) in sogenannte Myofibroblasten um – spezialisierte Zellen, die sowohl Eigenschaften von Bindegewebszellen als auch von Muskelzellen besitzen. Diese Myofibroblasten produzieren übermäßig viel Kollagen und ziehen sich zusammen, wodurch das Bindegewebe verdickt und schrumpft.
Der Krankheitsverlauf gliedert sich typischerweise in zwei Phasen: In der zellreichen Proliferationsphase entstehen die charakteristischen Knoten (Noduli), während in der späteren Residualphase zellarme, aber feste Stränge (Cords) entstehen, die die Finger in Beugestellung ziehen können.
Welche Symptome verursacht Morbus Dupuytren?
Das erste Anzeichen sind meist tastbare knoten in der handfläche, die sich wie kleine, derbe Verdickungen unter der Haut anfühlen. Diese dupuytren knoten entstehen typischerweise in der Mitte der Handinnenfläche, oft in Richtung des Ring- oder Kleinfingers. Im morbus dupuytren anfangsstadium sind diese Knoten meist schmerzlos und nur wenige Millimeter groß.
Die knubbel handinnenfläche fühlen sich hart an und lassen sich nicht gegen die darunterliegenden Strukturen verschieben – sie sind fest mit der Haut verwachsen. Viele Patienten beschreiben sie als “kleine Kugel unter der Haut” oder “verhärtung in der handfläche”. Anders als sehnenknoten hand befinden sich diese Verdickungen flächig in der Hohlhand und nicht direkt über den Sehnen.
Wenn finger werden krumm
Mit der Zeit können sich aus den Knoten derbe Stränge entwickeln, die wie harte Schnüre unter der Haut tastbar sind. Diese bindegewebsverhärtung hand führt dazu, dass sich die betroffenen Finger nicht mehr vollständig strecken lassen – sie bleiben in einer leichten Beugestellung.
Besonders häufig sind der Ring- und Kleinfinger betroffen. Patienten bemerken zunächst, dass sie ihre Hand nicht mehr flach auf einen Tisch legen können. Später wird das Händeschütteln schwierig, Handschuhe lassen sich schlecht anziehen, und das Greifen in die Hosentasche wird zur Herausforderung.
Schmerzen bei Morbus Dupuytren
Viele Patienten mit morbus dupuytren schmerzen berichten zunächst über keine oder nur geringe Beschwerden.
Die Knoten selbst sind oft schmerzlos. Schmerzen können jedoch auftreten, wenn:
- Die Knoten Druck ausgesetzt werden (beim Abstützen der Hand, Greifen von Werkzeugen)
- Die Stränge unter Spannung stehen (beim Versuch, die Finger zu strecken)
- Entzündungsreaktionen im Gewebe auftreten
Wichtig: Starke, nächtliche Ruheschmerzen sind untypisch für Morbus Dupuytren und sollten andere Ursachen ausschließen lassen.
Frühe Anzeichen erkennen
Im morbus dupuytren anfangsstadium können Sie einen einfachen Selbsttest durchführen: Legen Sie Ihre Hand flach auf eine Tischplatte. Wenn Sie dabei Schwierigkeiten haben oder ein oder mehrere Finger nicht vollständig aufliegen, könnte dies ein Hinweis auf eine beginnende Kontraktur sein.
Dieser Test ersetzt jedoch keine ärztliche Untersuchung und dient nur als erste Orientierung.
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Ursachen und Risikofaktoren - Warum entsteht Morbus Dupuytren?
Die genetische Belastung spielt die entscheidende Rolle bei der Entstehung von Morbus Dupuytren. Genomweite Studien haben gezeigt, dass neun verschiedene Genorte mit der Erkrankung assoziiert sind, wobei sechs davon Gene des Wnt-Signalwegs betreffen – einem wichtigen Regulationssystem für Zellwachstum und Gewebeentwicklung.
Auf zellulärer Ebene kommt es zu einer Fehlsteuerung der Wundheilungs- und Bindegewebsprozesse. Normale Fibroblasten wandeln sich in kontraktile Myofibroblasten um, die übermäßig Kollagen produzieren und das Gewebe zusammenziehen.
Demografische Faktoren:
- Männliches Geschlecht (3-4 fach erhöhtes Risiko)
- Alter über 50 Jahre
- Nordeuropäische Abstammung (“Wikinger-Krankheit”)
- Familiäre Vorbelastung
Begleiterkrankungen
- Diabetes mellitus (Teil des “diabetischen Handsyndroms”)
- morbus dupuytren leber: Lebererkrankungen, besonders bei Alkoholkonsum
- Epilepsie (möglicherweise medikamentenbedingt)
Lebensstilfaktoren:
- Langjährige Arbeit mit vibrierenden Werkzeugen
- Rauchen und hoher Alkoholkonsum
- Diese Faktoren verstärken eher eine bestehende Veranlagung, als dass sie alleinige Ursachen darstellen
Diagnose bei OTC | REGENSBURG
In unserer spezialisierten Sprechstunde führen wir zunächst ein ausführliches Gespräch über den Beginn und Verlauf Ihrer Beschwerden. Wichtige Fragen betreffen:
- Wann haben Sie die ersten knoten in der handfläche bemerkt?
- Wie hat sich die Fingerstellung verändert?
- Bestehen Schmerzen oder Funktionseinschränkungen?
- Gibt es familiäre Vorerkrankungen?
Bei der körperlichen Untersuchung tasten wir systematisch die Knoten und Stränge ab und messen das Streckdefizit der einzelnen Finger. Der Hueston-Test (flache Hand auf Tisch) gibt uns wichtige Hinweise auf das Ausmaß der Kontraktur.
Bildgebende Diagnostik
Ultraschall (Sonografie):
Meist reicht die klinische Untersuchung zur Diagnose aus. Eine Sonografie kann jedoch nützlich sein, um die Struktur der Knoten genauer darzustellen und andere Ursachen für knoten in der handfläche auszuschließen.
Weiterführende Bildgebung:
Röntgen oder DVT setzen wir ein, wenn zusätzliche Gelenkveränderungen vermutet werden. Eine MRT ist nur bei unklaren oder atypischen Befunden erforderlich.
Differentialdiagnose: Andere Ursachen von Knoten in der Hand
Die Frage “knoten handinnenfläche krebs” beschäftigt viele Patienten.
In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle sind Knoten in der Handfläche gutartig. Dennoch müssen wir andere mögliche Ursachen ausschließen:
- Ganglionzysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume)
- Lipome (Fettgewebsgeschwülste)
- Arthrose-bedingte knöcherne Vorsprünge
- Selten: Tumoren des Weichgewebes
Nur eine fachärztliche Untersuchung kann sicher unterscheiden, ob knoten handinnenfläche krebs oder eine gutartige Erkrankung vorliegt.
Behandlung bei OTC | REGENSBURG
Wir verfolgen einen klaren, stufenweisen Therapieplan: So viel Funktion wie möglich erhalten, so wenig Eingriff wie nötig.
Wo immer möglich, behandeln wir Ihre Beschwerden ohne Operation und ziehen operative Schritte erst in Betracht, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen.
Beobachtung und konservative Maßnahmen
Wann nur beobachten?
Bei kleinen, schmerzlosen Knoten ohne Funktionsverlust empfehlen wir zunächst regelmäßige Kontrollen. Nicht jeder dupuytren knoten führt zwangsläufig zu einer Kontraktur.
Konservative Begleitmaßnahmen:
- Ergonomische Anpassungen im Alltag (Griffpolster, gepolsterte Handschuhe)
- Handtherapie zur Erhaltung der Beweglichkeit und Muskelkraft
- Anleitung zum selbstständigen Überwachen der Fingerstreckung
Wichtig: Konservative Maßnahmen können die Knoten nicht “wegmassieren”, aber sie helfen dabei, die Handfunktion zu erhalten und Beschwerden zu lindern.
Injektionstherapien bei schmerzhaften Knoten
Bei schmerzhaften Noduli können Kortikosteroid-Injektionen eine vorübergehende Besserung bewirken. Diese Behandlung kann Schmerzen reduzieren und die Knotengröße verringern, hat jedoch einen zeitlich begrenzten Effekt.
Mögliche Nebenwirkungen sind Hautatrophie und Verfärbungen.
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Minimalinvasive und operative Verfahren
Indikationen für eine Behandlung:
- Funktionell relevante Beugekontraktur
- Positiver Hueston-Test (Hand lässt sich nicht flach auflegen)
- Erhebliche Alltagseinschränkungen
Perkutane Nadel-Fasziotomie:
Bei diesem minimalinvasiven Verfahren werden die Stränge unter örtlicher Betäubung mit einer Nadel durchtrennt. Studien zeigen, dass die Nadelfasziotomie eine schnellere funktionelle Erholung und weniger Komplikationen als offene Verfahren bietet, auch wenn die Rezidivrate höher sein kann.
Operative Fasziektomie:
Bei ausgeprägten Kontrakturen führen wir eine limitierte Fasziektomie durch, bei der das erkrankte Bindegewebe chirurgisch entfernt wird. In besonderen Fällen mit hohem Rezidivrisiko kann eine Dermofasziektomie mit Hauttransplantation sinnvoll sein.
Hinweis zur Kollagenase-Behandlung:
Die Kollagenase-Injektion (Xiapex) wurde 2019 in der EU zurückgezogen und steht daher nicht zur Verfügung. In den USA ist diese Therapie weiterhin zugelassen.
Rehabilitation und Nachsorge
Nach minimalinvasiven oder operativen Eingriffen erfolgt die Rehabilitation in unserem Therapiezentrum. Unsere spezialisierten Handtherapeuten entwickeln individuelle Übungsprogramme zur:
- Wiedererlangung der Beweglichkeit
- Kräftigung der Handmuskulatur
- Verbesserung der Koordination und Feinmotorik
- Narbenbehandlung nach Operationen
Nächtliche Schienen setzen wir gezielt und individuell ein – nicht pauschal bei allen Patienten, sondern nur dort, wo sie nachweislich zur Funktionsverbesserung beitragen.
Langfristige Betreuung
Morbus Dupuytren ist eine chronische Erkrankung mit möglicher Wiederkehr.
Unser Ziel ist ein langfristig guter Funktionsstatus durch:
- Regelmäßige Verlaufskontrollen
- Anleitung zur Selbstkontrolle der Fingerstreckung
- Früherkennung neuer Knoten oder Kontrakturen
- Anpassung der Therapie bei Veränderungen
Bei OTC | REGENSBURG begleiten wir Sie langfristig und passen Ihren Therapieplan kontinuierlich an Ihre Bedürfnisse an.
Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?
Suchen Sie zeitnah einen Spezialisten auf, wenn:
- Sie neue, harte knoten in der handfläche ertasten
- Ein finger wird krumm oder lässt sich nicht vollständig strecken
- Schmerzen oder Druckempfindlichkeit in der Handinnenfläche auftreten
- Sie Schwierigkeiten beim Händeschütteln oder Greifen haben
- Beide Hände betroffen sind oder sich die Symptome rasch verschlechtern
Die Antwort auf “knoten in der handfläche welcher arzt”: Orthopäden oder Handchirurgen sind die richtigen Ansprechpartner für die Diagnose und Behandlung von Morbus Dupuytren.
Je früher wir die Ursache Ihrer Handbeschwerden klären, desto besser können wir einen passenden Therapieplan entwickeln und Ihre Handfunktion langfristig erhalten.
Leben mit Morbus Dupuytren
Alltagstipps und Anpassungen
Mit den richtigen Hilfsmitteln und Anpassungen können Sie trotz dupuytren hand ein aktives Leben führen:
- Ergonomische Griffe an Werkzeugen und Haushaltsgeräten
- Gepolsterte Handschuhe bei Gartenarbeit oder Sport
- Anpassung von Musikinstrumenten oder Hobbys
- Verwendung von Hilfsmitteln beim Öffnen von Gläsern oder Flaschen
Sport und Freizeit
Viele Patienten können ihre gewohnten Aktivitäten mit geringfügigen Anpassungen weiterführen. Golf, Tennis oder Handwerken sind oft möglich, wenn die Ausrüstung entsprechend angepasst wird.
Bei OTC | REGENSBURG erhalten Patientinnen und Patienten mit Morbus Dupuytren eine umfassende Diagnostik sowie einen individuell abgestimmten Behandlungsplan – von der Erstuntersuchung bis zur langfristigen Nachsorge.
Unser interdisziplinäres Team aus Ärztinnen und Ärzten, Radiologie sowie Therapie arbeitet eng zusammen, um eine medizinisch hochwertige Versorgung sicherzustellen.
Die Handchirurgie-Spezialisten Prof. Dr. med. Michaela Huber und Dr. med. Jörg Speer verfügen über langjährige Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung der Dupuytren’schen Erkrankung und verbinden fachliche Präzision mit einem klaren Fokus auf die bestmöglichen Behandlungsergebnisse für unsere Patientinnen und Patienten.
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Häufige Fragen zu Morbus Dupuytren
Sind knoten in der handfläche immer Morbus Dupuytren?
Nein. Knoten können verschiedene Ursachen haben, darunter Ganglien, Lipome oder arthrotische Veränderungen. Eine fachärztliche Untersuchung ist zur sicheren Diagnose erforderlich.
Ab wann sollte Morbus Dupuytren behandelt werden?
Eine Behandlung wird empfohlen, wenn funktionelle Einschränkungen auftreten, der Hueston-Test positiv ist oder erhebliche Alltagsprobleme bestehen. Kleine, schmerzlose Knoten können zunächst beobachtet werden.
Können krumme finger wieder gerade werden?
Durch minimalinvasive oder operative Verfahren lässt sich die Fingerstreckung oft deutlich verbessern. Eine vollständige Normalisierung ist jedoch nicht immer möglich, besonders bei länger bestehenden Kontrakturen.
Kann Morbus Dupuytren von selbst verschwinden?
Spontane Heilungen sind sehr selten. Die Erkrankung verläuft meist chronisch-progredient, kann aber auch über Jahre stabil bleiben. Ohne Behandlung schreitet sie häufig fort.
Kann man den großen Zeh wieder begradigen?
Die genetische Komponente ist sehr stark ausgeprägt. Etwa 80% der Krankheitsentstehung sind genetisch bedingt. Wenn Familienmitglieder betroffen sind, ist das Risiko deutlich erhöht.
Welche Rolle spielt die Vererbung?
Chronische Fehlbelastung kann zu Knorpelabnutzung im Großzehengrundgelenk führen. Diese Hallux valgus Arthrose verursacht zusätzliche Schmerzen und Steifigkeit. Bei ausgeprägter Arthrose kann eine Gelenkversteifung notwendig werden, die zuverlässige Schmerzlinderung bietet.