Ellbogenschmerzen: Ursachen erkennen, richtig behandeln und Langfristig vorbeugen
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Ellbogenschmerzen
Schmerzen im Ellenbogen können beim Öffnen einer Tür, beim Heben einer Tasse oder beim Abstützen auf dem Schreibtisch auftreten – und genau dann, wenn man sie am wenigsten erwartet.
Was viele Betroffene nicht wissen: Ellbogenschmerzen sind kein einzelnes Krankheitsbild, sondern ein Lokalisationsproblem. Sehnen, Nerven, Schleimbeutel, Knorpel und Bänder liegen auf engstem Raum zusammen, und jede dieser Strukturen kann Beschwerden verursachen, die sich ähnlich anfühlen, aber grundlegend unterschiedliche Ursachen haben.
Die gute Nachricht: Mit einer präzisen Diagnose und einem strukturierten Behandlungsplan lassen sich die meisten Ellbogenbeschwerden erfolgreich konservativ behandeln.
Dieser Artikel erklärt, wo der Schmerz herkommt, welche Warnzeichen ernst genommen werden sollten und welche Schritte wirklich helfen.
Auf Einen Blick: Das wichtigste zu Ellbogenschmerzen
- Ellbogenschmerzen haben viele mögliche Ursachen – von Sehnenüberlastung über Nervenengpässe bis hin zu Gelenkverschleiß.
- Genaue Lokalisation und auslösende Bewegung sind die wichtigsten ersten Hinweise auf die Diagnose.
- Die meisten Beschwerden lassen sich konservativ behandeln, wenn die Ursache präzise erkannt wird.
- Bildgebung ist nicht immer notwendig – bei typischer Sehnenüberlastung reicht oft die klinische Untersuchung aus.
- Bei Warnzeichen wie starker Schwellung, Taubheit oder fehlender Streckfähigkeit sollten Sie zeitnah ärztlichen Rat suchen.
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Warum Der Ellbogen So Häufig Schmerzt
Das Ellenbogengelenk ist ein sogenanntes Drehscharniergelenk, das aus drei Knochen besteht: Oberarmknochen (Humerus), Elle (Ulna) und Speiche (Radius). Gemeinsam ermöglichen sie Beugen, Strecken und die Drehbewegung des Unterarms.
Was das Gelenk besonders anfällig macht, ist die Enge: Sehnenansätze, zwei wichtige Nerven (Nervus ulnaris an der Innenseite, Nervus radialis an der Außenseite), Schleimbeutel und Knorpelflächen liegen dicht beieinander – eine anatomische Situation, die der Enge im Karpaltunnelsyndrom vergleichbar ist, wo ebenfalls Nerven auf engem Raum komprimiert werden können.
Schon geringe Überlastungen oder mechanische Reize können deshalb Beschwerden auslösen, die sich von außen ähneln, aber unterschiedliche Strukturen betreffen.
Genau deshalb ist die Frage „Wo genau tut es weh?“ der erste und wichtigste diagnostische Schritt.
Wo genau tut es weh? Schmerzen lokalisieren und einordnen
Die folgende Übersicht zeigt, welche Ursachen je nach Schmerzlokalisation und auslösender Bewegung am häufigsten infrage kommen. Sie ersetzt keine ärztliche Untersuchung, hilft aber dabei, das eigene Beschwerdebild besser einzuordnen.
Lokalisation | Typischer Auslöser | Wahrscheinliche Ursache |
Außen | Zugreifen, Heben, Mausarbeit | Tennisellbogen (laterale Epikondylopathie) |
Außen, tief | Streckschwäche Finger/Daumen | PIN-Syndrom (Nervus radialis) |
Innen | Faustschluss, Handgelenkbeugung | Golferellenbogen (mediale Epikondylopathie) |
Innen, mit Kribbeln | Arm beugen, nachts | Kubitaltunnelsyndrom (Nervus ulnaris) |
Hinten | Aufstützen, Druck | Olekranonbursitis (Schleimbeutelentzündung) |
Ellenbeuge | Plötzliches „Pop“, Hämatom | Distale Bizepssehnenruptur |
Tief im Gelenk | Bewegungsblockade, Schnappen | Osteochondritis dissecans, Arthrose |
Oberhalb | Ausstrahlung, diffus | Zervikale Radikulopathie, Schulterproblematik |
Schmerzen außen am Ellenbogen
Der häufigste Grund für Schmerzen an der Außenseite des Ellbogens ist der Tennisellbogen – medizinisch als laterale Epikondylopathie bezeichnet. Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Entzündung, sondern um eine degenerative Veränderung der Sehnenstruktur am äußeren Knochenvorsprung. Typisch sind Schmerzen beim Zugreifen, Heben mit gestrecktem Arm oder bei intensiver Mausnutzung.
Eine wichtige, oft übersehene Differenzialdiagnose ist das Supinatorlogensyndrom (PIN-Syndrom), eine Kompression des Nervus radialis im Bereich des Unterarms. Betroffene berichten über eine Schwäche beim Strecken von Fingern oder Daumen, ohne dass ausgeprägte Taubheitsgefühle auftreten. Weil die Schmerzlokalisation ähnlich ist, wird dieses neurologische Bild gelegentlich mit dem Tennisellbogen verwechselt – mit entsprechenden Konsequenzen für die Therapie.
Schmerzen innen am Ellenbogen
Schmerzen an der Innenseite entstehen häufig durch einen Golferellenbogen (mediale Epikondylopathie), bei dem der Sehnenansatz der Beugemuskeln am inneren Knochenvorsprung überlastet ist. Auslöser sind Faustschluss, Handgelenkbeugung und Drehbewegungen.
Innen liegende Beschwerden werden häufig pauschal als Golferarm bezeichnet – die Behandlung unterscheidet sich jedoch erheblich, wenn ein Kubitaltunnelsyndrom vorliegt. Dabei wird der Nervus ulnaris (Ellennerv) im sogenannten Sulcus ulnaris, einer Knochenrinne an der Innenseite des Ellenbogens, eingeengt. Betroffene spüren Kribbeln oder Taubheit in Ring- und Kleinfinger, oft nachts oder beim Beugen des Arms. Dieses Bild ist neurologisch, nicht tendinopathisch, und erfordert eine andere diagnostische und therapeutische Herangehensweise.
Bei Wurfsportlern (Baseball, Handball, Speerwerfen) kommt zusätzlich eine Verletzung des ulnaren Kollateralbandes (UCL) infrage, die sich durch mediale Instabilität unter Belastung zeigt. Dynamischer Ultraschall unter Valgusstress kann dabei helfen, eine UCL-Insuffizienz zu quantifizieren und die Therapieentscheidung zu stützen.
Schmerzen hinten am Ellenbogen beim Aufstützen
Wer Schmerzen hinten am Ellenbogen beim Aufstützen verspürt, hat häufig eine Olekranonbursitis – eine Reizung oder Entzündung des Schleimbeutels am Ellbogenspitze (Olekranon). Sichtbare Schwellung und Druckschmerz sind typisch.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer nicht-infektiösen und einer septischen Bursitis. Bei Rötung, Überwärmung und Fieber besteht der Verdacht auf eine bakterielle Infektion des Schleimbeutels – das ist ein Notfall, der umgehend ärztlich abgeklärt werden muss. Die Punktion und Analyse der Schleimbeutelflüssigkeit gilt als Goldstandard für die Diagnose.
Schmerzen in der Ellenbeuge
Schmerzen in der Ellenbeuge, begleitet von einem hörbaren oder spürbaren „Pop“ und einem Bluterguss, sind ein klassisches Zeichen einer distalen Bizepssehnenruptur – also eines Risses der Bizepssehne am Ansatz im Unterarm. Zur klinischen Diagnose eignet sich der sogenannte Hook-Test zur Beurteilung der Bizepssehne: Kann der Untersucher seinen Finger nicht unter die Sehne haken, ist der Test positiv. Studien zeigen, dass die Sensitivität des Tests bei kompletten Rissen bei etwa 83 % liegt, bei partiellen Rissen jedoch deutlich geringer ausfällt.
Tief im Gelenk oder diffus
Schmerzen tief im Ellenbogengelenk, verbunden mit Blockierungsphänomenen oder einem Schnappgefühl, können auf eine Osteochondritis dissecans (OCD) hinweisen – einen Knorpel-Knochen-Schaden, der vor allem bei jugendlichen Überkopfsportlern auftritt. Laut aktueller Evidenz zur Behandlung von OCD-Läsionen bei Überkopfsportlern können stabile Läsionen konservativ behandelt werden, während instabile Läsionen in der Regel operativ versorgt werden müssen.
Primäre Ellbogenarthrose – also Gelenkverschleiß ohne vorherige Verletzung – ist vergleichsweise selten und betrifft überwiegend Männer mit langjähriger schwerer manueller Arbeit. Häufiger ist eine posttraumatische Arthrose nach früheren Verletzungen.
Schmerzen oberhalb des Ellbogens
Schmerzen, die oberhalb des Ellbogens auftreten oder von dort ausstrahlen, können ihren Ursprung nicht im Gelenk selbst haben. Zervikale Radikulopathien – eingeklemmte Nervenwurzeln in der Halswirbelsäule – oder Schulterschmerzen können Beschwerden erzeugen, die sich im Arm oder Ellenbogenbereich manifestieren, da die Nervenbahnen und Muskelketten dieser Regionen funktionell eng verbunden sind.
Wer nur den Ellenbogen behandelt, ohne die gesamte Bewegungskette zu berücksichtigen, riskiert, die eigentliche Ursache zu übersehen.
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Was im Körper passiert: Pathophysiologie einfach erklärt
Bei Sehnenüberlastungen wie dem Tennisellbogen oder Golferellenbogen handelt es sich nicht um eine klassische Entzündung. Stattdessen entstehen Mikroverletzungen im Sehnengewebe, die zu einer sogenannten angiofibroblastischen Tendinose führen – einer degenerativen Umstrukturierung mit ungeordneten Kollagenfasern und fehlgeschlagener Heilungsreaktion. Das erklärt, warum reine Entzündungshemmer oft nur kurzfristig wirken.
Beim Kubitaltunnelsyndrom entsteht der Schmerz durch mechanische Kompression des Nervus ulnaris, die Nervenleitung stört und Kribbeln sowie Kraftverlust verursacht. Beim Schleimbeutel hingegen reagiert das Gewebe auf wiederholten Druck oder Infektionen mit Flüssigkeitsansammlung und Reizung.
Jede dieser Strukturen braucht eine andere Therapie – weshalb die Diagnose immer vor der Behandlung steht.
Häufige Ursachen: Überlastung, Beruf Und Sport
Ellbogenschmerzen bei Belastung entstehen meist durch repetitive Bewegungsmuster, die das Gewebe überfordern. Schleichend beginnende Beschwerden deuten eher auf Überlastung hin, plötzliche Schmerzen im Ellenbogen eher auf eine mechanische oder traumatische Ursache.
Typische Risikosituationen sind:
- Büroarbeit: Intensive Mausnutzung, ungünstige Armhaltung, langes Tippen ohne Pausen
- Handwerk und Pflege: Schrauben, Hämmern, wiederholtes Greifen mit Werkzeug
- Schlägersport: Rückhandbewegungen beim Tennis, Badminton, Squash
- Wurfsport: Baseball, Handball, Speerwerfen mit hoher medialer Belastung
- Klettern: Extreme Beugebelastung, Überlastung der Beugesehnen
- Alter: Nachlassende Sehnenelastizität und langsamere Geweberegeneration ab dem 40. Lebensjahr
Berufliche Risikofaktoren spielen eine größere Rolle als oft angenommen. Viele Patienten, die wegen Ellbogenschmerzen in unsere Praxis kommen, haben keine sportliche Vorgeschichte – sondern jahrelange repetitive Belastungen am Arbeitsplatz.
Warnzeichen, Die Sie Nicht Ignorieren Sollten
Die meisten Ellbogenbeschwerden sind nicht gefährlich.
Einige Symptommuster erfordern jedoch eine zeitnahe ärztliche Abklärung:
- Fehlende aktive Streckfähigkeit nach einem Sturz – mögliche Fraktur. Der Elbow Extension Test weist laut einer Meta-Analyse eine Sensitivität von 97,3 % beim Ausschluss von Ellbogenfrakturen auf. Wer den Arm nicht vollständig strecken kann, sollte umgehend geröntgt werden.
- Plötzliche Rötungen, Überwärmung und Fieber über dem Ellenbogen – Verdacht auf septische Bursitis oder septische Arthritis, bitte sofort ärztlich abklären lassen.
- Taubheit oder Kribbeln in Ring- und Kleinfinger, besonders nachts – mögliche Nervenkompression (Kubitaltunnelsyndrom).
- Hörbares „Pop“ mit Hämatom in der Ellenbeuge – Verdacht auf distale Bizepssehnenruptur.
- Mechanische Blockade oder Schnappphänomene bei Jugendlichen mit Überkopfsport – mögliche Osteochondritis dissecans.
Beschwerden, die trotz Schonung länger als 4–6 Wochen anhalten, ohne Besserungstendenz.
Diagnose Bei OTC Regensburg: Ursache Zuerst
Bei OTC Regensburg beginnt jede Abklärung mit dem Verständnis der Ursache – nicht nur der Beschreibung des Symptoms. Unser Team aus Ärzten, Radiologen und Therapeuten arbeitet unter einem Dach zusammen, sodass Untersuchung, Bildgebung und Therapieplanung koordiniert und ohne lange Wartezeiten erfolgen können.
Anamnese und klinische Untersuchung
Das Gespräch über Lokalisation, Auslöser, Beschwerdedauer und berufliche Belastung liefert bereits wichtige Hinweise. Ergänzend führen wir gezielte Provokationstests durch: den Cozen-Test und Maudsley-Test bei Verdacht auf Tennisellbogen, den Tinel-Test am Sulcus ulnaris bei Verdacht auf Kubitaltunnelsyndrom, den Valgusstresstest bei Bandverdacht sowie den Hook-Test bei Verdacht auf Bizepssehnenruptur.
Bildgebung: Wann welches Verfahren sinnvoll ist
Nicht jede Ellbogenschmerz erfordert sofort Bildgebung. Die Leitlinien des American College of Radiology zur Bildgebung bei Ellbogenschmerzen helfen dabei, das richtige Verfahren zur richtigen Zeit einzusetzen:
- Röntgen: Bei Trauma oder chronischen Beschwerden mit Verdacht auf knöcherne Veränderungen oder Verkalkungen.
- Sonographie: Zur Beurteilung von Sehnen, Schleimbeuteln und Bändern. Dynamische Untersuchungen ermöglichen eine Echtzeitbeurteilung von Nerven und Bandstrukturen unter Bewegung – besonders wertvoll bei UCL-Verdacht.
- MRT: Bei intraartikulären Pathologien, Knorpelschäden, Bandverletzungen oder unklaren Befunden nach klinischer Untersuchung und Sonographie.
Privatversicherte Patienten erhalten bei uns in der Regel kurzfristige Termine und haben Zugang zu erweiterten Diagnostikoptionen.
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Behandlung: Konservativ Zuerst, Operativ Nur Wenn Nötig
Wo immer möglich, behandeln wir Ihre Beschwerden ohne Operation und ziehen einen Eingriff nur in Betracht, wenn konservative Optionen nicht ausreichen.
Unser Behandlungsplan folgt einem klaren Stufenmodell.
Akutphase (erste 1–2 Wochen)
Zu Beginn steht die Anpassung der belastenden Tätigkeiten – nicht vollständige Ruhigstellung, denn komplette Schonung verlangsamt die Heilung. Lokale Kühlung kann kurzfristig Linderung verschaffen. Topische entzündungshemmende Gele können ergänzend eingesetzt werden, nach ärztlicher Rücksprache.
Aktive Phase (2–12 Wochen)
Strukturierte Physiotherapie bildet das Herzstück der Behandlung. Exzentrisches Krafttraining – bei dem der Muskel unter Spannung gedehnt wird – hat sich bei Epikondylopathien als besonders wirksam erwiesen. Ein systematischer Review aus dem Jahr 2024 bestätigt, dass physiotherapeutische Interventionen im mittleren und langen Verlauf zu besseren Ergebnissen und niedrigeren Rezidivraten führen als Kortisoninjektionen.
Manuelle Therapie, gezielte Mobilisation und die Einbeziehung der Schulter-Nacken-Kette ergänzen das Programm, wenn Begleitbeschwerden vorliegen. Studien zeigen, dass begleitende Nacken- und Schultersymptome zu den wichtigsten prognostischen Faktoren bei lateraler Epikondylopathie gehören – ein Hinweis darauf, dass lokale Behandlung allein oft nicht ausreicht.
Epicondylitis-Spangen können kurzfristig Schmerzen lindern. Laut einer Meta-Analyse zur Wirksamkeit von Epicondylitis-Spangen bei Ellbogentendinopathie sind die Langzeitergebnisse jedoch physiotherapeutischen Interventionen unterlegen. Spangen sind daher als ergänzendes Hilfsmittel sinnvoll, nicht als Ersatz für aktive Therapie.
Bei therapieresistenten Verläufen
Wenn nach 8–12 Wochen konsequenter konservativer Therapie keine ausreichende Besserung eintritt, kommen weiterführende Optionen infrage:
- Kortikosteroidinjektionen bieten kurzfristige Schmerzlinderung, zeigen aber in Studien schlechtere mittel- bis langfristige Ergebnisse und höhere Rezidivraten als Physiotherapie. Wir setzen sie deshalb zurückhaltend und gezielt ein.
- PRP (plättchenreiches Plasma): Regenerative Verfahren, bei denen körpereigene Wachstumsfaktoren injiziert werden. Die Evidenz ist derzeit uneinheitlich; in ausgewählten Fällen kann PRP eine sinnvolle Option sein.
- Stoßwellentherapie (ESWT): Laut NICE-Leitlinien zur Stoßwellentherapie bei Tennisellenbogen ist die Evidenz zur Wirksamkeit inkonsistent. Wir setzen dieses Verfahren nur unter klarer Indikation ein.
Kubitaltunnelsyndrom: Nervenengpass gezielt behandeln
Bei einem Kubitaltunnelsyndrom beginnt die Behandlung mit einer Lagerungsschiene für die Nacht, die den Arm in leicht gestreckter Position hält, sowie mit Aktivitätsmodifikationen.
Wenn Taubheit, Kraftverlust oder elektrisierende Schmerzen trotz konservativer Maßnahmen über mehrere Monate anhalten, kann eine chirurgische Dekompression des Nervs sinnvoll sein.
Wann eine Operation infrage kommt
Operative Eingriffe werden bei uns erst nach mindestens sechs Monaten erfolgloser konservativer Therapie erwogen – oder wenn eine mechanische Blockade (z. B. bei instabiler OCD-Läsion) oder eine komplette Sehnenruptur vorliegt. Bei distaler Bizepssehnenruptur führt eine operative Refixation in der Mehrzahl der Fälle zu einer nahezu vollständigen Wiederherstellung der Kraft.
Bei distaler Trizepssehnenruptur – einer seltenen Verletzung – zeigt ein systematischer Review, dass nach operativer Versorgung 92 % der Patienten ihr früheres Funktionsniveau wieder erreichten.
Wie lange dauert die Heilung?
Realistische Zeitangaben helfen dabei, Erwartungen zu steuern und Entscheidungen zu treffen. Typische Verläufe bei Epikondylopathien:
- Erste Besserung: 2–4 Wochen bei konsequenter Therapie
- Deutliche Schmerzreduktion: 6–12 Wochen
- Vollständige Ausheilung: 6–12 Monate, gelegentlich bis zu 18 Monate
Ungünstige Prognosefaktoren sind eine lange Beschwerdedauer vor Therapiebeginn, hohe Ausgangsschmerzintensität sowie begleitende Nacken- oder Schultersymptome.
Nervenkompressionssyndrome und intraartikuläre Pathologien folgen eigenen Zeitverläufen, die wir individuell mit Ihnen besprechen.
Prävention und langfristige Stabilität
Ein guter Behandlungsplan endet nicht mit der Schmerzfreiheit. Unser Team entwickelt gemeinsam mit Ihnen Strategien, die Rückfälle verhindern und die Belastbarkeit langfristig erhalten.
Bewährte Maßnahmen umfassen:
- Aufbau der Unterarm-, Schulter- und Rumpfmuskulatur durch gezieltes Kräftigungstraining
- Ergonomische Optimierung des Arbeitsplatzes (Mausposition, Tastaturhöhe, Sitzhaltung)
- Anpassung der Sporttechnik bei Schlägersport, Wurfsport oder Klettern
- Regelmäßige Pausen bei repetitiven Tätigkeiten, besonders bei Computerarbeit
- Schrittweise Belastungssteigerung nach Beschwerdefreiheit, ohne abrupten Wiedereinstieg
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Häufig gestellte Fragen zu Ellbogenschmerzen
Was tun bei plötzlichen Schmerzen im Ellenbogen?
Plötzliche Schmerzen im Ellenbogen nach einer Bewegung oder einem Sturz sollten ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn die aktive Streckung eingeschränkt ist. Fehlt die Streckfähigkeit vollständig, besteht Verdacht auf eine Fraktur, und eine Röntgenuntersuchung ist zeitnah sinnvoll. Ohne Trauma und bei erhaltener Beweglichkeit kann zunächst Schonung und Kühlung helfen – bessern sich die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage, empfehlen wir eine Vorstellung in unserer Praxis.
Warum schmerzt der Ellenbogen beim Aufstützen?
Schmerzen beim Aufstützen entstehen häufig durch eine Olekranonbursitis – eine Reizung des Schleimbeutels an der Ellbogenspitze. Sichtbare Schwellung ist ein typisches Zeichen. Treten zusätzlich Rötung, Wärme oder Fieber auf, muss eine infektiöse Bursitis ausgeschlossen werden. Bitte suchen Sie in diesem Fall zeitnah ärztliche Hilfe.
Was bedeutet ein stechender Schmerz im Ellenbogen?
Ein stechender Schmerz im Ellenbogen bei Belastung deutet oft auf eine Sehnenüberlastung (Tennisellbogen oder Golferellenbogen) hin. Elektrisierende oder ausstrahlende Stiche in Richtung Finger können auf einen Nervenengpass hinweisen. Da beide Ursachen unterschiedliche Therapien erfordern, ist eine genaue klinische Untersuchung wichtig.
Können beide Ellenbogen gleichzeitig schmerzen?
Schmerzen in beiden Ellenbogen gleichzeitig sind ein Hinweis, der über eine reine Überlastungsursache hinausweisen kann. Symmetrische Gelenkbeschwerden können auf eine entzündliche Grunderkrankung wie rheumatoide Arthritis hindeuten. Wir empfehlen in diesem Fall eine umfassende internistische und orthopädische Abklärung.
Was tun bei Nervenschmerzen im Ellenbogen?
Kribbeln, Taubheitsgefühle oder elektrisierende Beschwerden im Ellenbogenbereich, die in Ring- oder Kleinfinger ausstrahlen, sind typische Zeichen eines Kubitaltunnelsyndroms. Erste Maßnahmen sind eine Lagerungsschiene für die Nacht und die Vermeidung langer Beugestellungen. Bessern sich die Beschwerden nicht, ist eine neurologische und orthopädische Untersuchung wichtig, um den Schweregrad der Nervenkompression einzuschätzen.
Wann ist eine MRT bei Ellbogenschmerzen sinnvoll?
Eine MRT ist nicht bei jeder Ellbogenschmerz notwendig. Laut den ACR Appropriateness Criteria zur bildgebenden Diagnostik ist eine MRT vor allem bei Verdacht auf intraartikuläre Pathologien (Knorpelschäden, OCD), Bandverletzungen oder unklaren Befunden nach klinischer Untersuchung und Sonographie sinnvoll. Bei typischer Sehnenüberlastung reicht häufig die klinische Diagnose aus.